CDU-Bürgergespräch in Niedersalwey – Windkraft, Infrastruktur und Zukunftsperspektiven im Fokus
Auch in Niedersalwey drückt der Schuh – insbesondere beim Thema Windkraft. Viele Bürgerinnen und Bürger sorgen sich um die Zukunft des Homerthöhenzuges, der durch den Bau von bis zu 200 Meter hohen Windrädern nachhaltig verändert werden könnte. Angst vor einer möglichen „Verschandelung der Landschaft“, störendem Dauerblinken in der Nacht und der Beeinträchtigung des sauberen Quellwassers waren zentrale Punkte einer engagiert geführten Diskussion am Sonntagmorgen in der alten Schule von Niedersalwey.
Doch von Anfang an: Knapp 20 interessierte Bürger hatten sich nach dem Hochamt eingefunden, um mit dem CDU-Kommunalteam ins Gespräch zu kommen. Angeführt wurde die Runde vom stellvertretenden Bürgermeister und Bürgermeisterkandidaten Peter Hönninger, der sich zunächst ausführlich vorstellte.
Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten
Der 53-jährige Esloher ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Geboren in Eslohe, absolvierte er eine Ausbildung bei der Firma Ketten-Wulf und studierte anschließend Agrarökonomie in Paderborn und Kiel. Nach fast drei Jahrzehnten in leitender Position bei der Brauerei Veltins entschloss er sich, einen neuen Weg einzuschlagen und kandidiert nun für das Amt des Bürgermeisters.
Neben seiner beruflichen Laufbahn engagiert sich Hönninger seit vielen Jahren ehrenamtlich in Sport-, Schützen- und Heimatvereinen. Auch bei Projekten wie „Unser Dorf hat Zukunft“ war er beteiligt. Politisch ist er seit 2013 aktiv – zunächst als sachkundiger Bürger im Bauausschuss, ab 2014 als Ratsmitglied und Fraktionsgeschäftsführer. Heute ist er Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, seit 2023 stellvertretender Bürgermeister und außerdem Beisitzer im Kreisvorstand der CDU.
Hönninger betonte, dass seine Motivation in der engen Verbundenheit zu seiner Heimatgemeinde liegt. Er wolle seine Erfahrung nutzen, um Lebensqualität zu sichern, Wirtschaftskraft zu stärken und die Gemeinde zukunftsfähig aufzustellen.
Themenschwerpunkte: Wirtschaft, Ehrenamt und Infrastruktur
Als inhaltliche Schwerpunkte seiner Kandidatur nannte Hönninger:
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Förderung der lokalen Wirtschaft und Schaffung von Wohnraum für junge Familien
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Stärkung des Ehrenamts und Unterstützung der Vereine
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Zukunftsorientierte Projekte im Bereich Infrastruktur und Digitalisierung
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Solide Finanzpolitik als Grundlage für Investitionen in Schulen, Kinderbetreuung und öffentliche Einrichtungen
Beispielsweise plane die Gemeinde barrierefreie Bushaltestellen, Straßensanierungen und die Ausweitung digitaler Verwaltungsangebote.
Diskussion mit den Bürgern
In der anschließenden Fragerunde ging es um konkrete Herausforderungen:
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Kurgebiet Eslohe & Tourismus: Hönninger erklärte, dass die Gemeinde Teil des regionalen Tourismusnetzwerks SST sei. Angebote wie die „Sauerland Card“ mit ÖPNV-Vergünstigungen kämen in erster Linie Gästen und Betrieben zugute.
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Dorfentwicklung: Ideen sollen aus den Dörfern selbst kommen. Die Gemeinde begleite und unterstütze, etwa bei der Gestaltung von Dorfmittelpunkten.
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Glasfaserausbau: Haushalte mit unter 200 Mbit/s („graue Flecken“) sollen in den kommenden 2–3 Jahren erschlossen werden. Dafür sei es wichtig, dass Bürger ihr Interesse bei Anbietern wie der Telekom bekunden.
Windkraft als brennendes Thema
Wie schon in Obersalwey war auch in Niedersalwey die Windenergie das dominierende Thema. Laut Hönninger sind im Regionalplan festgelegte Flächen vorgesehen, darüber hinaus werde die Gemeinde keine Genehmigungen erteilen. Dennoch sei die Sorge berechtigt, da etwa die Brauerei Veltins angeblich sieben Anlagen in einem engen Radius plane. Auch wenn Grevenstein nicht weit entfernt sei, seien die möglichen Auswirkungen für Salwey deutlich spürbar. Eine Ausnahme bilde die Firma Ketten-Wulf, die für ihren Eigenbedarf genehmigte Fläche erhalten hat.
Verkehr und Bushaltestellen
Ein weiteres Problem betrifft den Durchgangsverkehr, insbesondere LKWs, die fälschlicherweise durch das Tal geleitet werden. Hier versprach Hönninger, in enger Abstimmung mit Polizei und Straßenverkehrsbehörden nach Lösungen zu suchen, um die Sicherheit – besonders für Schulkinder – zu verbessern.
Auch die Bauarbeiten an der Bushaltestelle in Niedersalwey sorgten für Gesprächsstoff. Zum Schulbeginn müsse übergangsweise die Parkfläche an der alten Volksbank als Ein- und Ausstiegsstelle dienen. Daher wird eindringlich darum gebeten aktuell dieses Flächen nicht als Parkplatz zu nutzen. Künftig sollen Busse direkt an der Straße halten, ohne separate Bucht – dafür werde der Ausstiegsbereich in Richtung des Radwegs erweitert. Barrierefrei.
Fazit
Zum Abschluss betonte Hönninger, dass ihm Transparenz, Bürgernähe und ein enger Dialog besonders wichtig sind. Entscheidungen sollen nicht „über die Köpfe hinweg“, sondern gemeinsam mit den Menschen in den Dörfern getroffen werden. Nur so könne die Gemeinde Eslohe verantwortungsvoll und nachhaltig weiterentwickelt werden.